Fall der Ohuira-Bucht in Mexiko / Proman – GPO / KFW-IPEX

11. Juni 2026

In der Ohuira-Bucht in Topolobampo, im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa, wird eine
hochriskante Ammoniakfabrik auf einem Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und auf
dem Gebiet des indigenen Volkes der Mayo-Yoreme errichtet. Der Bau begann ohne die
Konsultation der Gemeinde. Das Projekt wird mit deutscher Finanzierung und technischer
Unterstützung vorangetrieben. Auch die deutsche Regierung ist mitverantwortlich.

Ende Mai trafen Ammoniakreaktoren im Hafen von Topolobampo ein. Diese gigantische
Infrastruktur löste in der Bevölkerung Alarm aus, die heute nicht nur „Aquí No“ (dt. „Hier
nicht!“) sagt – so lautet der Name der Bewegung, die diese Anlage ablehnt –, sondern sich auch
aktiv organisiert, um das Vorhaben zu stoppen. Ein erster Reaktor wurde bereits zur Anlage
transportiert, doch seit dem 30. Mai halten Menschen aus den Gemeinden Wache, um zu
verhindern, dass der zweite Reaktor, der sich noch im Hafen befindet, transportiert werden
kann. Gefordert wir die Einstellung des Projekts. In den letzten Tagen ist die Solidarität in
Mexiko gewachsen, doch wir benötigen die Unterstützung der Bevölkerung in Deutschland.

Warum Deutschland entscheidend ist
GPO, der Projektträger, ist eine Tochtergesellschaft von Proman, dessen Muttergesellschaft
schweizerisch-deutsch ist. Die KfW-IPEX, eine deutsche Staatsbank, finanziert mehr als die
Hälfte der Gesamtinvestition. Das deutsche Wirtschaftsministerium bürgt für das Darlehen. Die
deutsche Regierung ist also kein Randakteur: Sie ist struktureller Bestandteil des Projekts.
Am 19. November 2025 sandten elf UN-Sonderberichterstatter formelle Schreiben an die
Regierungen Deutschlands, der Schweiz und Mexikos sowie an KfW-IPEX, Proman und GPO,
in denen sie vor schweren Menschenrechtsverletzungen warnten. Diese Warnungen wurden
nicht beachtet.

Der Druck aus Deutschland ist wichtig, da die deutsche Regierung eine
direkte Verantwortung für das Projekt trägt und handeln kann.

Wichtigste Fakten:

  • Die Anlage wird ohne echte Konsultation* des Volkes der indigenen Mayo-Yoreme
    errichtet, was eine Verletzung ihrer Landrechte darstellt.
  • Die eigene Umweltverträglichkeitsstudie von GPO räumt ein, dass ein fünfminütiger
    Ammoniakaustritt die gesamte Bucht in eine Zone „unmittelbarer Gefahr für
    Gesundheit oder Leben“ verwandeln könnte, wobei sogar Menschen im Umkreis von
    15 km ums Leben kommen könnten. Eine Explosion könnte eine giftige Wolke
    erzeugen, die bis nach Los Mochis reicht und mehr als 400.000 Menschen betrifft.
  • Die Bucht ist ein Ramsar-Gebiet** und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Der
    „normale“ Betrieb der Anlage würde jährlich mehr als 500 Tonnen Garnelenlarven
    vernichten – mehr als die Hälfte der Gesamtproduktion der Region.
  • Es gibt dokumentierte Fälle von Drohungen, Einschüchterungen und Gewalt gegen
    Aktivist*innen der Gemeinschaft, darunter ein Entführungsversuch.
  • Was die Gemeinschaft bereits erreicht hat: Das Volk der Mayo-Yoreme hat bereits
    ein früheres Projekt gestoppt: Vista Pacífico, eine Anlage für Flüssigerdgas, wurde
    gestrichen. Der gesellschaftliche Druck zeigt also Wirkung.

*Nach einem langen Rechtsstreit der indigenen Gemeinschaften ordnete der Oberste
Gerichtshof des Landes eine indigene Konsultation an. Diese wurde ohne die erforderlichen
Voraussetzungen durchgeführt: Sie war weder vorab angekündigt, noch informativ, frei oder in
„gutem Glauben“ (ehrlich, fair und ohne verdeckte Absichten). Insbesondere wurde der
Konsultationsradius taktisch auf Gemeinschaften ausgeweitet, die sich nicht in der Bucht
befinden und auch nicht von ihr abhängig sind, die also vom Projekt nicht direkt betroffen
wären. Die indigenen Gemeinschaften, die von der Bucht abhängig sind, hielten trotz Druck
und Drohungen an ihrer Ablehnung des Projekts fest.

**Die Ramsar-Konvention bezeichnet das Übereinkommen über Feuchtgebiete von
internationaler Bedeutung, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel […].

Die aktuelle Kampagne

Angesichts der laufenden Fußball-WM 2026 und der entsprechenden weltweiten
Aufmerksamkeit ruft die Kampagne dazu auf, Druck auf die deutschen Nationalspieler Manuel
Neuer und Leon Goretzka
auszuüben, damit sie ihre Plattform nutzen. Die deutsche
Regierung hat nicht reagiert; ihre Sportler haben ein riesiges Publikum und können den Fall
international sichtbar machen.

Häufig gestellte Fragen
„Warum sollte der Fall in Deutschland interessieren?“
Die deutsche Regierung garantiert das Darlehen der KFW-IPEX, einer deutschen Staatsbank,
und Proman baut das Kraftwerk. Dies ist von der UNO dokumentiert, Deutschland ist
mitverantwortlich für das Projekt.

„Bringt das Projekt Arbeitsplätze und Entwicklung?“
Die versprochenen Arbeitsplätze sind befristet und es werden in der Regel keine Menschen aus
der Gemeinde selbst eingestellt. Die Gewinne fließen also nur außerhalb der Region, während
die Gemeinde mit der Umweltverschmutzung, den Risiken und dem Verlust ihrer lokalen
Wirtschaft zurückbleibt.
Die Bucht ist die Grundlage einer echten Fischereiwirtschaft. Die Errichtung einer
hochriskanten Ammoniakfabrik dort bedeutet, dass eine Gemeinde zum Wohle anderer
geopfert wird.

„Erfüllt das Projekt die Umweltvorschriften?“
Seit Jahren beklagen indigene Bevölkerungsgruppen die illegale Abholzung und Aufschüttung
ihres Mangrovenwaldes durch das Unternehmen. Dies hat Auswirkungen auf die Fischerei und
die Vogelarten in der Bucht. Die mexikanische Regierung hat nichts dagegen unternommen.
Wie kann man darauf vertrauen, dass bei Inbetriebnahme der Anlage die Umwelt- und
Katastrophenschutzgesetze eingehalten werden? Elf UN-Sonderberichterstatter haben formell
davor gewarnt. Das Problem ist nicht ein Mangel an Informationen, sondern ein Mangel an
Antworten.

Wie schwerwiegend sind die Folgen eines Ammoniakunfalls?
Allein in den USA wurden zwischen 1996 und 2011 939 Unfälle in Ammoniakanlagen
registriert. In Europa wurden 72 relevante Vorfälle mit Ammoniak dokumentiert. (Quellen:
AllGov RCEMLearning).
Es geht nicht nur um die Explosionsgefahr, sondern auch um die Gefahr von Leckagen:
Kürzlich kippte in Mexiko ein Ammoniaktankwagen auf der Straße von Guaymas nach
Hermosillo um und vergiftete 27 Menschen, darunter auch Minderjährige.

AUFRUF ZUM HANDELN:

Macht das Thema bei eurem deutschen Publikum bekannt und schließt euch dem
Druck auf die Nationalmannschaft an, indem ihr deren Social-Media-Profile
besucht und ihre Beiträge kommentiert.
Auf Instagram: @dfb_team,
@manuelneuer und @leon_goretzka.
Auf X/Twitter: @dfb_team,
@manuelneuer und @leon_goretzka

Beispielbotschaften:

  • Während du spielst, finanziert deine Regierung die Zerstörung von indigenem Land in
    Topolobampo, Sinaloa, Mexiko. Sag etwas dazu.
  • Eine indigene Gemeinschaft in Topolobampo, Mexiko, leistet seit über einem Jahrzehnt
    Widerstand gegen ein Projekt, das deine Regierung und die staatliche Bank KFW-IPEX
    unterstützen. Nutze deine Plattform.
  • Weißt du, was die KFW-IPEX in Mexiko finanziert? Eine tödliche Ammoniakfabrik
    auf indigenem Gebiet. Ohne Zustimmung, ohne Konsultation. NUTZE DEINE
    PLATTFORM!
  • Nutze deine Plattform. Die deutsche Regierung unterstützt ein Projekt, das indigenes
    Territorium in Mexiko in der Bucht von Ohuira, Sinaloa, zerstört. Die Gemeinschaften
    leisten seit über einem Jahrzehnt Widerstand

Unterzeichne und teile die Petition auf Change.org

Bleibt dran und informiert euch fortlaufend über ddie Situation in der Bucht von Ohuira,
Mexiko.

Weitere Informationen: